YAMAHA DTXtreme E-Drum-System

YAMAHA DTXtreme E-Drum-System

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YAMAHA DTXtreme E-Drum-System

 

 

 

 

YAMAHA DTXtreme E-Drum-System

Für Aufsehen sorgte Yamaha auf der letztjährigen Musikmesse mit einem neuen Electronic-Drumkit, dass zu diesem Zeitpunkt noch als Prototyp vorgestellt wurde, aber bereits in dieser Version schon ahnen ließ, wie leistungsfähig es in Serie gehen würde. „Nomen est omen" dachte man sich in Japan und gab dem Kind den vielversprechenden Namen DTXtreme, der sofort Assoziationen zu Superlativen weckt. Auf das Erscheinen des serienreifen Modells mussten wir zwar noch bis Ende des Jahres 2000 warten, aber dann ging es direkt „in medias res" ...

DAS TESTSET
Da das Yamaha DTXtreme Electronic Percussion System für unterschiedlichste Anwendungen konzipiert wurde und auch für unterschiedliche ausgestatte Geldbeutel erschwinglich sein soll, hat Yamaha verschiedene Pad/Rack-Zusammenstellungen entworfen, die im einzelnen der technischen Übersicht entnommen werden können.

Zum Test stellte uns Yamaha freundlicherweise das Special-KIT zur Verfügung, eine Kombination aus dem KP-120 Kick-Pad, RHP-120SD Snare-Pad, 2x RHP-100 und 1x RHP-120 Tom-Pads, TP80S Hi-Hat-Pad, 2x PCY-80S + PCY-10 Cymbal-Pads, dem HH80A Hi-Hat-Control-Pedal, Snaredrum-Ständer und dem neuen RS-100 Rack. Dazu natürlich das DTXtreme-Modul, und das hat es wirklich in sich!

OUTSIDE THE DTXTREME
Die Bedienoberfläche des DTXtreme Moduls ist reich bestückt mit Tastern, Fadern und zwei Displays, doch bleibt die Übersicht durch eine gute, strukturierte Anordnung in jedem Fall erhalten. Das lange rückwärtig beleuchtete LC-Display mit Kontrasteinstellung informiert in zwei Zeilen je nach Menu über das aktuelle Drumkit, einen Song, die Voice-Zuordnungen sowie Parameter und deren Werte, die mit den fünf darunterliegenden Endlos-Drehreglern verändert werden können. Links neben dem LCD befindet sich noch eine rote LED-Anzeige, die je nach Einstellung die Nummer des aktuellen Drumkits oder das momentane Clicktempo angibt. Darunter wiederum befinden sich die Page-UP/DOWN-Taster, die ein Navigieren durch die verschiedenen Untermenus ermöglichen sowie ein SHIFT-Taster, mit dem verschiedene Bedienelemente eine zweite Funktion erhalten.

Die Reihe darunter beinhaltet die Schalter für den internen Sequenzer, die Click-Aktivierung und die Stummschaltung einzelner Parts in den Songs des DTXtreme. In zwei Blocks unterteilt ist die stattliche Anzahl von 10 Fadern, die das Main-Out-Signal an den Stereo-Out-Buchsen, die Lautstärke für den Kopfhörer, den Click und die Sequenzer-Begleitinstrumente einerseits und einzelne Instrumente des Drumkits andererseits getrennt regeln. Hier kann die Lautstärkebalance im Drumset komfortabel und schnell eingestellt werden, wenn es die Umstände erfordern. Die Volume-Verhältnisse im Trigger- und Voice-Menu brauchen dafür nicht geändert werden.

Ein erfreuliches Detail ist die Tatsache, dass die Volume-Fader nicht bestimmten Inputs zugeordnet sind, z.B. Snare-Fader nur für Input 1, sondern ausschließlich den programmierten Sounds, egal an welchem Eingang sie erzeugt werden. So kann man beispielsweise drei Snaredrums im Set spielen und über einen Fader regeln – sehr praktisch! Die Fader können aber über die Shift-Taste noch zwei andere Aufgaben erfüllen – dazu später.

Mit den zwei unscheinbar wirkenden Tasterspalten auf der rechten Seite (Play, Chain, Song Job, Utility, Trigger, Voice, Effect) werden alle grundlegenden Einstellungen und Programmierungen des Moduls erledigt. Bestätigt werden alle Editierungen mit einer Store-Funktion, die aber für Sicherheitsabfragen noch je eine ENTER/YES- und EXIT/NO-Taste bereitstellt. Zudem besitzen die Taster für die Systemeinstellungen, Sequenzer Parts/Play/Record und den Click noch je eine Kontroll-LED, um die gerade aktiven Elemente anzuzeigen.

Auf der Gehäuserückseite befinden sich 12 Klinkenbuchsen für die Trigger-Inputs, zwei Main-Out-Stereo- und die 6 Individual-Out-Buchsen, jeweils auch in Klinkenausführung. Die ersten acht Triggerinputs sind sowohl für die Verwendung von „Realhead"-Pads mit zwei getrennten Pickups als auch für Pads mit Rim-Switch Funktion ausgelegt, die vier weiteren Inputs für die Aufnahme von zwei separaten Triggern (oder wieder „Realhead"-Pads) über ein Standard-Insert-Kabel (Y-Kabel).

Alle Inputs zusammen gerechnet kann der Drummer also über 16 unterschiedliche Pads spielen und dabei insgesamt 24 Triggersignale erzeugen – das kann sich sehen lassen! Weiterhin sind hier die MIDI-IN/OUT/THRU-Anschlussbuchsen ebenso vertreten wie der TO HOST-Anschluss für die direkte Verbindung zu einem Computer (bei Umgehung des MIDI-Weges) und ein zugehöriger Umschalter für die Wahl des gewünschten Übertragungsweges: PC, Mac oder MIDI. Eine Reihe von 16 Input-Attenuation-Kippschaltern ermöglicht eine Abschwächung einzelner Inputsignale, um vorweg eine bessere Angleichung bei gemischter Verwendung von Pads und Trigger-Pickups zu gewährleisten.

Auf der Vorderseite des DTXT sind noch der Kopfhöreranschluss und eine 3,5mm Stereo-Aux-In Buchse samt Volumeregler angebracht. Hier kann ein CD- oder MD-Player zum Üben, aber auch ein Monitorsignal für den Drummer eingespeist werden. Seitlich angebracht ist dann noch der Einschub für die „Smart Media" Karte, auf der alle Daten des DTXT von Drumkits über Songs bis hin zu allen Systemeinstellungen gespeichert werden können.

INSIDE THE DTXTREME
Die erste Frage ist natürlich: Wie klingt’s denn nun? Bei einem Gerät mit solchem Namen liegen die Erwartungen natürlich hoch. Enttäuscht wird man nicht: Yamaha eine reichhaltige Palette von 1757 Drum- und Percussion-Sounds zusammengestellt und selbstverständlich dabei unter anderem auf die große Anzahl von hauseigenen Drumserien und Snaredrums zurückgegriffen. Vertreten sind u.a. die Drum-Serien Maple Custom, Maple Custom Absolute, Recording Custom und Beech Custom, bei den Signature-Snaredrums u.a. Akira Jimbo, David Garibaldi, Dave Weckl und Manu Katché. Diese wurden sehr sorgfältig gesampelt; fast alle akustischen Drums wurden in verschiedenen Dynamikbereichen aufgenommen und zu einer Voice „verschmolzen", die je nach Schlagstärke die entsprechenden Samples hervorhebt. Zudem wurden manche Instrumente noch mit unterschiedlichen Fellen gesampelt, um dem Drummer ein möglichst authentisches Drumset nach seinem Geschmack an die Hand zu geben ...

FAZIT
Für den professionellen Einsatz konzipiert und mit entsprechender Ausstattung drängt Yamaha mit dem DTXtreme in den Bereich der absoluten Top-E-Drums.

Das DTXTreme-Modul ist mit einer großen Anzahl sehr guter Sounds ausgerüstet (fast die kompletten Drumserien aus dem Hause Yamaha sind enthalten) – und bietet zudem doch weit mehr als reine Sound-Erzeugung. Dem Anwender stehen ein internes 8-Kanal-Mischpult mit zwei Insert-Effekten sowie zwei Effektblöcke zur Verfügung, mit denen man komfortabel alle Sounds bearbeiten und ausgeben kann. Die umfangreichen MIDI-Funktionen inklusive eines triggerbaren Hüllkurvengenerators erlauben auch die Arbeit in komplexeren Systemen unter Verwendung externer Sequenzer, Sampler oder gar Synthesizer.

Über die „Smart Media"-Speicherkarte können außer Datensicherung und Nutzung eigener Sounds auch komplette MIDI-Files direkt abgespielt werden. Das erweitert den internen 2-Spur-Sequenzer beachtlich, der sich schon alleine als gelungenes Übungsmedium und sinnvolle Ergänzung zur Live-Performance bezeichnen darf.

Die neue „Realhead"-Padserie überzeugt mit einer wirklich ansprechenden Optik und sehr gutem Triggerverhalten, das allerdings mitunter noch etwas empfindlicher sein könnte. Es kann zwischen der Verwendung von regulären Fellen und Gewebefellen (Mesh-Heads) gewählt werden, die das Spielgefühl noch deutlich aufwerten. Zwei neue Racksysteme komplettieren das neue E-Drum-System und gestatten die Zusammenstellung sehr unterschiedlicher Drumkits, abhängig von bzw. individuell zugeschnitten auf Anwendungsbereich und Geldbeutel.

Gemessen an der immensen Leistungsfähigkeit und der hervorragenden Verarbeitung aller Komponenten des neuen Systems gehen somit auch die Preise völlig in Ordnung.

Mir bleibt an dieser Stelle nur die Empfehlung übrig, sich auf dem Weg zum Fachhändler zu machen und sich die Möglichkeiten des Yamaha DTXtreme einmal vorführen zu lassen – oder gleich selbst zu erkunden.

stefan kührel

Preise

  • DTXtreme Modul: ca. DM 2.550,–

Pads:

  • KP-120 Kick-Pad: ca. DM 899,–
  • RHP-80 Tom-Pad: ca. DM 550,–
  • RHP-100 Tom-Pad: ca. DM 580,–
  • RHP-120 Tom-Pad: ca. DM 620,–
  • RHP-120 SD Snaredrum-Pad: ca. DM 590,–

Pad-Shellsets:

  • Special Kit (RHP-120 SD, RHP-120, 2x RHP-100, KP-120 Kick, TP-80S, PCY-80S, PCY-10 Kuppe, HH-80A HH-Ctrl, SS-642 Snare-Stand): ca. DM 4.390,–

  • Standard Kit (RHP-120 SD, 3x RHP-80, KP-120, TP-80S, 2x PCY-80S, PCY-10, HH-60 HH-Ctrl, SS-642 Snare-Stand): ca. DM 4.090,–

  • Basic Kit (RHP-120 SD, 4x TP-80S, KP-60 Kick, 2x PCY-80S, PCY-10, HH-60 HH-Ctrl., SS-642 Snare-Stand): ca. DM 2.350,–

Racks:

  • RS-100 (empfohlen für Special Kit): ca. DM 1.190,–
  • RS-95 (empfohlen für Standard Kit): ca. DM 950,–
  • RS-80 (empfohlen für Basic Kit): ca. DM 785,–

 

Den vollständigen Testbericht lesen Sie in der STICKS-Ausgabe 03.2001; erhältlich ab dem 23. 02. 2001 im Zeitschriftenhandel und in guten Musikfachgeschäften.

 

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