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Das In-Ear-Monitoring immer populärer wird, ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen, doch gerade für Schlagzeuger war dies bisher ein Luxus, der auch mit einem relativ hohen finanziellen Aufwand verbunden war. Zumindest dann, wenn man ein gut klingendes und mit einer akzeptablen Lautstärke ausgestattetes System suchte. Die Deutsche Firma Fischer Amps bietet derzeit zwei Systeme an, die in jeder Hinsicht durchaus interessant sind. ALLGEMEINES Spezielle für die Bedürfnisse der Schlagzeuger hingegen wurde das Drum Inear Amp"-Paket entwickelt. Dabei handelt es sich um einen mehrkanaligen Verstärker und einen am Drummer-Sitz zu montierenden Bass-Shaker. Damit können natürlich die Bassanteile separat von den In-Ear-Kopfhörern übertragen werden und die Hörgewohnheiten simuliert werden, wie man sie von der Verwendung von leistungsstarken, konventionellen Monitor-Systemen her kennt ... PRAXIS/SOUND Inear Monitor Belt Pack: Das Belt-Pack lieferte recht gute Klangqualitäten und eine gesunde Lautstärke. Auch wenn der Hersteller angibt, dass eine Übertragung von Frequenzen bis zu 30 Hz möglich sind, so sollte man dies doch mit Vorsicht genießen. Die Klangqualität im Bassbereich ist etwas eingeschränkt und eine Überbetonung, selbst wenn das Signal dabei noch nicht verzerrt, führt doch zu einem gewissen Informationsverlust". Reduziert man den Bass hier deutlich schon bei ca. 120 Hz, so bleiben relevante Informationen, wie z.B. Hi-Hat- und Ride-Cymbal-Sounds, Vocals, Akustik-Gitarren, Percussion-Loops und Click-Tracks in der Regel gut verständlich. Zwar muss dann auf ein gewisses sattes Feeling verzichtet werden, der Spaß ergibt sich aber durch ein präzises Spiel zu den entsprechenden Signalen. In jedem Fall sei aber vor allzu hoch eingestellten Lautstärken gewarnt; um Gehörschäden zu vermeiden sollte man sich daher langsam an eine gesunde und verträgliche Lautstärke herantasten. Und natürlich ist vor jedem An-/Ausschalten oder Abziehen und Aufstecken von Kabeln die Lautstärkeregler zuzudrehen! Dies gilt auch für alle Handhabungen im Zusammenhang mit dem einspeisenden Mischpult! Ist die Lautstärke am Belt-Pack auf Null gestellt, kommt tatsächlich kein Signal mehr auf die Hörer. Ebenso bietet der Überblendregler sehr gute Qualitäten, zu einer Seite eingestellt, ist das auf der anderen Seite anliegende Signal nur bei extremen Pegeln noch minimal wahrnehmbar. Im praktischen Betrieb ist die Funktionsweise optimal und einwandfrei. Drum Inear Amp-Paket: Die klanglichen Qualitäten der Kopfhörersektion gleichen hier denen des Belt-Packs und bestechen durch eine ausgezeichnete Transparenz und Ausgewogenheit der anliegenden Signale. Durch den Bass-Shaker kann effektiv das Feel einer Bass-Monitorbox nachempfunden werden, allerdings ist hierfür eine gesunde Anpassung in der Lautstärke und der Trennfrequenz zu finden. Fischer Amps empfiehlt hier einen Wert von ca. 80 Hz einzustellen, dies ist aber als Richtwert zu verstehen und eine individuelle Anpassung sollten hier von diesem Wert ausgehend gewählt werden. Etwas gewöhnungsbedürftig ist der Bass-Shaker schon, da es sich um die Übertragung einer Vibration handelt. Ist der Shaker richtig mit dem Drummer-Sitz verschraubt und die passende Einstellung gefunden, möchte man dieses System nicht mehr missen. Gerade im Zusammenhang mit druckvollen E-Bassdrum-Sounds und sehr fetten Floor-Tom-Sounds stehen einem dann nicht nur die klaren Signalinformationen über gespielte Notenlängen und Pausen zur Verfügung, die ja gerade für ein präzises Spiel zu Loops und Sequenzen wichtig sind, die Simulation von Schalldruck" und damit bewegter Luft" erhöht hier den Spaß beim Spiel doch ungemein. Ein weiterer in der Praxis nicht zu unterschätzender Faktor ist auch die schnelle Zugriffsmöglichkeit auf die Verhältnisse der anliegenden Signale zueinander. So kann der Monitor-Techniker entlastet werden. Sofern die Signale einwandfrei gepegelt sind, liegt es in der Hand des Schlagzeugers, sich seinen individuellen Mix zu machen und die Anpassung von Song zu Song entsprechend seinen Bedürfnissen schnell und effektiv anzupassen. FAZIT Während das Inear Monitor Belt Pack eine günstige Lösung darstellt, welche die notwendigen Informationen für ein präzises Spiel liefern kann, ist das Drum Inear Amp-Paket eine echte Luxus-Version. Aufgrund der vielfältigen Anschluss- und Regelmöglichkeiten, kann hier von einem effizienten Monitorsystem gesprochen werden. Natürlich sollte man nicht vergessen, dass immer noch qualitativ hochwertige und passend gepegelte Signale anliegen müssen, um auch ein hervorragendes Klangerlebnis zu haben. Ist das der Fall, steht einer ungehemmten Spielfreude nichts mehr im Wege. Vielleicht mögen die Preise für einige Drummer eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen, aber in Anbetracht der Tatsache, dass es sich hierbei um hochwertige und sehr gut durchdachte sowie absolut road-tauglich verarbeitete Produkte handelt, gehen diese völlig in Ordnung. ralf mikolajczak
ÜBERSICHT Hersteller: Fischer Amps Herkunftsland: Deutschland Typ: Inear Monitor Belt Pack Eingänge: zwei (XLR) Ausgänge: einer (3,5 mm Stereo-Klinke) Anschlussimpedanz: 16 Ohm pro Seite Leistung: 50 mW pro Kanal Frequenzgang: 30 Hz 20 kHz Stromversorgung: 9 Volt Batterie, oder Akku; abhängig von der Lautstärke hält eine Batterie ca. 12 Betriebsstunden, ein Akku ca. 3,5 Betriebsstunden (Herstellerangabe) Typ: Drum Inear Amp-Paket Eingänge: vier (zwei XLR, zwei 6,3 mm Klinken-Buchse) Ausgänge: Kopfhörer, Bass-Shaker und Line-Out (6,3 mm Stereo-Klinke) Anschlussimpedanz: 16 Ohm pro Seite Leistung: 150 mW pro Kanal; 75 W an 4 Ohm für Bass-Shaker Frequenzgang: 30 Hz 20 kHz für Kopfhörer; 20 Hz 200 Hz für Bass-Shaker Stromversorgung: 230 Volt AC 50/60 Hz Vertrieb: Fischer Amps Preise:
Den vollständigen Testbericht lesen Sie in der STICKS-Ausgabe 02.2002; erhältlich ab dem 25. 01. 2002 im Zeitschriftenhandel und in guten Musikfachgeschäften. © Copyright: Sticks - ein Magazin des MM-Musik-Media-Verlag GmbH |