Song-Analyse: Scott Phillips / Creed: Weathered

Creed, 1995 von Highschool-Freunden gegründet, brachte es als erste Band bereits mit ihrem Debüt auf vier No.-1-Hits in den amerikanischen Rock-Radiocharts. Nach dem durchschlagenden lokalen Erfolg ihres mit minimalen finanziellen Mitteln eingespielten und auf dem eigenen, extra gegründeten „Blue Collar"-Label veröffentlichten Erstling „My Own Prison" wurde die CD landes- und bald weltweit platziert. Mit bisher mehr als sieben bzw. zehn Millionen verkauften Exemplaren ihrer ersten
beiden Alben „My Own Prison" (August 1997) und „Human Clay" (September 1999) sind Creed aus Tallahassee, Florida die derzeit mit Abstand erfolgreichste Rockband der USA. In den Staaten platzierte sich die Band mit ihrem aktuellen, Ende 2001 veröffentlichten Album „Weathered" sofort auf Platz 1 der Billboard-Charts und verkaufte innerhalb einer Woche knapp 900.000 Exemplare. In dieser Workshop-Folge stellen wir Drummer Scott Phillips und seine Grooves vor.

"Freedom Fighter"
Notenbeispiel 1 zeigt den beim Gesangseinsatz gespielten Groove. Während Bassdrum und Snaredrum recht „busy" eingesetzt werden, sorgt die gleichmäßig akzentuiert
gespielte Hi-Hat – mit Ausnahme einiger Öffnungen – für einen stetigen Puls.

"One last breath"
Dieser sehr ruhig gespielte Basisrhythmus (Notenbeispiel 2) bekommt seine Bewegung durch die regelmäßig hintergründig recht leise auf der Hi-Hat eingesetzten Sechzehntelnoten-Patterns sowie durch deren leichte Akzentuierung auf den „und"-Zählzeiten. Die z.T. als Buzz-Rolls gespielten Snaredrum-Ghostnotes geben dem Groove einen weichen Charakter.

"My Sacrifice"
Das Notenbeispiel 3 zeigt den Basis-Groove. Die gleichmäßig leicht geöffnet gespielte Hi-Hat sorgt für einen stabilen und ruhigen Vorwärtsdrive, während die über einen harten „2 und 4"-Snaredrum Backbeat gelegten Bassdrum-Figuren für die Bewegung verantwortlich sind.

In Notenbeispiel 4 ist der während des Refrains gespielte Rhythmus notiert. Auch hier wird das „aufwändige" Bassdrum-Spiel fortgeführt, achtet einmal auf den Einsatz verschiedener Crash-Cymbals, die häufig als Doppelakzente im Abstand von zwei Sechzehntelnoten eingesetzt werden und viel Drive entwickeln. Auch hier sorgen die diesmal auf dem Ride-Cymbal gespielten Achtelnoten für Stabilität.

"Stand here with me"
Notenbeispiel 5 zeigt den Basis-Groove, der wiederum dominiert wird von Sechzehntelnoten- Bassdrum-Patterns sowie mit einer gleichmäßigen Achtelnoten-Akzentuierung gespielten Hi-Hat – hier mit recht „trashigen" Sound. Insgesamt betrachtet sehr typisch für Drummer Scott Phillips.

"Hide"
Dieser zweitaktige Basis-Groove (Notenbeispiel 6), der allerdings im weiteren Song-Verlauf nicht konstant gleichbleibend eingesetzt wird, lebt von den auf der Hi-Hat durchlaufend mit einer Akzentuierung auf allen Achtelnotenzählzeiten gespielten Hi-Hat sowie dem „nicht spielen" von Bassdrum-Akzenten auf der Zählzeit „3" im ersten Takt. Dadurch entsteht, gerade im Kontrast beider Takte, jede Menge Luft, Raum und Spannung.

 

Noten

Fragen und Anregungen bitte per E-Mail an mail@diethard-stein.de an oder an die STICKS-Redaktion (redaktion@sticks.de), An der Wachsfabrik 8, D-50996 Köln.

 

© Copyright: Sticks - ein Magazin des MM-Musik-Media-Verlag GmbH