
| TOM HAPKE Alles aus einem Kopf Tom ist in erster Linie Drummer und Songwriter, doch so richtig bekannt geworden ist er mit all dem, was er seit seinem musikalischen Start zu Beginn der 90er Jahre für den trommelnden Nachwuchs getan hat, nämlich mit seinen Büchern und Videos. Obwohl Tom auch mit Leuten wie Scott Henderson (dem Gitarristen bei Chick Corea), Jennifer Batten (Tour-Gitarristin u. a. bei Michael Jackson und Jeff Beck) oder lange Jahre mit Laith Al-Deen gespielt hat, kennt man ihn hierzulande in erste Linie als den Verfasser diverser Lehrbücher sowie als Workshop-Autoren diverser Zeitschriften. Vor knapp anderthalb Jahren hat Tom sich mal wieder in das Studio verkrochen und dort Pionierarbeit geleistet, die seit kurzer Zeit in Form der ersten (u.a. endlich auch mal deutschsprachigen) Drum-Lehr-DVD auf dem Markt ist. Sieht man sich diese DVD einmal näher an, klingt Toms Zitat So was macht nur ein Verrückter!" logisch und einleuchtend. In jedem Fall hat er hier etwas ganz Besonderes erschaffen, denn Tom hat hier einen hohen Maßstab angelegt, an dem sich eventuelle Konkurrenz-Produkte messen müssen. Bruno Kassel hat sich für STICKS mit ihm über dieses bislang einzigartige Projekt unterhalten.
Wie hat alles angefangen bei dir? Hast auch du etwa Mutters Kochtöpfe kurz und klein getrommelt? Nun, ich habe relativ spät begonnen, als ich so etwa elf oder zwölf Jahre alt war. Damals gab es ja noch diese geilen großen Dash-Eimer, diese Waschmitteltrommeln, daraus habe ich mir dann mein erstes Drumset gebastelt. Natürlich hatte ich auch schon vorher Kontakt zur Musik, weil ich mir immer heimlich die Platten meines älteren Bruders angehört habe. Er stand auf Uriah Heep, Nazareth, Beatles, Pink Floyd. Wir beiden hatten das gleiche Kinderzimmer, und insofern bin ich quasi mit dieser Musik großgeworden. Meine Freunde in der Schule hörten zu der Zeit immer noch deutschen Schlager, Michael Holm und solche Sachen, während ich mir tagtäglich die Platten meines Bruders anhörte. Diese stilistische Vielfalt war im Grunde der wichtigste Einfluss, um mich dann mit Schlagzeugspielen zu beschäftigen, das war der eigentliche Grundstock für meinen bisherigen musikalischen Werdegang. Mein Bruder hat mir beispielsweise abends mal die Ummagumma" von Pink Floyd aufgelegt und mir dazu ganz verrückte Geschichten erzählt, so dass ich als Sieben- oder Achtjähriger schon zu dieser Musik irgendwelche Fantasiewelten im Kopf hatte. Das hat mich wirklich total geprägt, und vielleicht habe ich deshalb heute so eine große Affinität zum Komponieren von Filmmusik ... ... mein Vater wollte, dass ich Profi-Fußballer werde. Ich habe jahrelang intensiv Fußball gespielt, das ging so weit, dass ich dann irgendwann Angebote vom 1. FC Kaiserslautern bekam. Ich war ohnehin im Sport sehr aktiv, habe auch Tennis gespielt und bin sehr gut Ski gefahren. Durch meinen Bruder ist mir dann aber der Weg zur Musik geebnet worden, und damit waren für mich die Weichen gestellt. Das passierte spätestens in dem Moment, als mein Bruder mich mal auf ein Konzert von The Wheels, einer Cover-Band, mitgenommen hat: Ich bin in diese Halle reingekommen, war sofort wie hypnotisiert von der ganzen Atmosphäre und bin sofort Richtung Schlagzeug gelaufen, habe mir das Ding angeschaut und wusste sofort: Das isses!". ... das Schlagzeug ist für mich persönlich ohnehin das wichtigste Instrument, weil es quasi die Basis darstellt für alle anderen Instrumente. Wenn ich einen Song schreibe, habe ich automatisch sofort die dazu passende Rhythmik im Hinterkopf, auf die dann alle anderen Melodien drübergelegt werden. Vielleicht ist das ja auch der Grund, warum so viele hervorragende Musiker als Schlagzeuger angefangen haben bzw. es heute noch sind: Udo Lindenberg, Joe Cocker, Peter Gabriel, Phil Collins, Madonna alles große Stars, die mal irgendwann Schlagzeug gespielt haben ... ... außerdem habe ich meine musikpädagogische Ausbildung fortgesetzt, weil das für mich neben dem reinen Drumming eine total wichtige Lebenserfahrung war und ist. Ich habe angefangen, selbst zu unterrichten, habe Anfang der neunziger Jahre auch geheiratet und 1992 meine erste Schule aufgebaut, das Toms Drum-Institute hier in Altleiningen. In der Folgezeit habe ich dann auch meine ersten eigenen Bücher entworfen, weil mir die Konzepte, die es damals hier auf dem Markt gab, irgendwie nicht so richtig gefallen haben. Die meisten Schlagzeug-Lehrbücher haben einfach den Nachteil, dass die Seiten viel zu vollgedonnert sind, dass sie schwarz vor lauter Noten sind, da wird einfach viel zu viel auf kleinem Raum zusammengeknallt. Solche Sachen sind für einen professionellen und erfahrenen Drummer ja vielleicht noch okay, aber einen Anfänger kann man mit solchen Sachen schlichtweg nicht motivieren, der wird davon erschlagen und verliert schnell die Lust an der Materie. Ich habe mich also hingesetzt und mir ein Konzept ausgearbeitet für meine Drums Easy"-Bücher, wo ich meine pädagogischen Erfahrungen habe einfließen lassen, so dass ein Anfänger sofort erste Erfolgserlebnisse hat, weil er die jeweiligen Lernschritte dann problemlos am Schlagzeug umsetzen kann. Ich habe dieses Material dann einige Jahre an meinen Schülern getestet und noch einige Kleinigkeiten verändert, und dann ist es 1998 als Buch erschienen ... ... du bist ja auch nicht unclever gewesen, rechtzeitig die Internet-Domain www.drums.de zu belegen. Was erwartet den Surfer denn dort? Auf drums.de gibt es neben einigen Infos über mich und meine Bücher oder Videos noch sehr viele zusätzliche Informationen, die für einen Schlagzeuger überhaupt von Interesse sein können. Dies ist also keinesfalls nur meine eigene Homepage, sondern ein Forum für alle erdenklichen Themen rund um das Schlagzeug. Im Moment wird diese Site wieder neu überarbeitet, so dass spätestens zur Musikmesse der Relaunch abgeschlossen sein wird. Und der neueste Coup von dir ist nun die Drums Easy"-DVD ... ...was damit zusammenhängt, dass ich immer nach vorne strebe, immer was Neues will und mich nicht auf meinen Lorbeeren ausruhen möchte. Mit der DVD habe ich versucht, meine Kompositionen und mein Talent als Songwriter mit dem Material meiner Schlagzeug-Bücher verbindet. Das neue Medium DVD schien mir dafür die geeignete Form zu sein, denn hier hat der Nutzer nicht nur entweder ein Buch, ein Video oder eine Musik-CD zur Verfügung, sondern all diese einzelnen Medien bestmöglich verschmolzen. Bei einem Buch hat man den Nachteil, dass man die jeweiligen Notenbeispiele nicht gleichzeitig auch hören kann, bei einem Video muss man immer erst umständlich vor- oder zurückspulen, wenn man eine bestimmte Passage finden will. Auf der Basis meines Drums Easy"-Buchs soll die DVD dem User zusätzlich noch eine Menge Spaß, Information und Unterhaltung bieten. Darüber hinaus hat man hier den Vorteil, dass man alles sekundengenau anwählen kann. Wenn also ein Schüler eine bestimmte Notenzeile des Buchs übt, hat er über die DVD die Möglichkeit, sein eigenes Spiel zu kontrollieren, indem er beispielsweise mit dem Autor (also mit mir) zusammen spielt, kann jede einzelne Zeile im Wiederholungsmodus auf Endlos-Play setzen, so dass dieses einzelne Fill tausend Mal hintereinander abläuft. Des weiteren hat man die Möglichkeit, einen Clicktrack an- oder abzuschalten, man kann in den Film-Clips der DVD mittels der Zoom-Funktion des DVD-Players auf die Hände des Trommlers oder auf ein Tom oder auf die Snaredrum zoomen und sich so den gewünschten Bildausschnitt in der Vergrößerung ansehen ... ... und neben der eigentlichen Lehrschiene enthält diese DVD noch den bereits erwähnten Part über die Mikrofonierung am Drumset, ausführliche Infos und Film-Clips über das Studium am L.A.M.A., acht aufwendig produzierte Song-Video-Clips mit Playalongs sowie zwei unterschiedliche Making Of"-Versionen. Außerdem wird von einem Studio-Profi eindrucksvoll erklärt, wie eine Stereo-Aufnahme zustande kommt, wie das Signal von der Snaredrum über das Mikrofon auf die Bandmaschine gelangt. Diesen Part, den AKG-Part und meine Zwischen-Moderationen kann man sich wahlweise in den Sprachen deutsch, englisch, französisch, spanisch oder italienisch anhören. Ich bin jedenfalls sehr stolz darauf, wie mein Konzept hier visuell umgesetzt worden ist. Wer Interesse hat, kann sich gerne auf der Musikmesse in Frankfurt am drums.de-Stand in Halle 3.0 A88 über die DVD informieren und auch mit mir persönlich Kontakt aufnehmen. Tom, recht herzlichen Dank für das Gespräch und viel Glück auc h für deine künftigen Projekte, die dann hoffentlich weniger nervenaufreibend sein werden. Interview und Fotos: Bruno Kassel
Das vollständige Interview lesen Sie in der STICKS-Ausgabe 03.2002; erhältlich ab dem 22. 02. 2002 im Zeitschriftenhandel und in guten Musikfachgeschäften.
EQUIPMENT Drums: DW Collectors Serie Maple Lacquer Birdseye Jewel Green Finish mit Brass-Hardware Solo-Set:
Studio-Set:
Cymbals: Meinl Byzance
Sticks: Agner Tom Hapke Signature Modell Mikrofone:
Kopfhörersysteme:
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