MEINL Ibo Drums

 

 

 

MEINL Ibo Drums

Auf der Suche nach den Roots dieser geheimnisvoll klingenden Trommel begegnet man Bevölkerungsgruppen wie den Hausa oder den Igbo im westafrikanischen Staat Nigeria. Man baute Gefäße aus Ton, die zum Trocknen unter der heißen Sonne gebrannt wurden. Ursprünglich waren es schlicht geformte Wasserkrüge, deren klangvoller Gehalt entdeckt wurde, als man in den bauchigen Korpus seitlich ein kleines Loch eingefügte.

Die Benennung des alten und zum Teil kultischen Instruments kennt viele Namen. Diese reichen von Udu, über Poti Africana und Clay Drum bis hin zu Schlagtopf, Abang Mbre – oder eben auch Ibo. Die unterschiedlichen Bezeichnungen entstanden durch die Bindung an verschiedene Bevölkerungsregionen und deren Zeremonien, in denen die Drums auch als rituelle Instrumente eingesetzt wurden. Grundsätzlich aber treffen alle Formulierungen und Namensgebungen auf einer gemeinsamen Schnittstelle zusammen, nämlich in der Bestimmung eines ethnisch verwurzelten Instruments, dessen Klang und Aussehen auch in unseren Regionen für Faszination sorgt.

Die meisten dieser Tontrommeln (ohne Membran = Idiophon) werden heute in optimierter Bauweise, aber traditionell weiterhin aus Keramik hergestellt – sprich geformt, gedreht und gebrannt – um dem ethnischen Background ein gewisses Maß an Tribut zu zollen. Umso erstaunlicher ist nun die Tatsache, dass der Hersteller Meinl in Sachen Bauweise und Materialkomposition einmal einen ganz anderen Weg einschlägt und den einstigen „Schlagtopf" nun aus jenem Werkstoff herstellt, der in der Erfahrungsbilanz zielgerichtet auf eine firmeninterne und konzeptionelle Fortsetzung hinweist, nämlich Fiberglas.

Lange hatte man an Prototypen gearbeitet, und jetzt sind die serienfertigen Produkte da. Noch vor der Präsentation zur Frankfurter Musikmesse erhielten wir zur Begutachtung die brandaktuellen Modelle der neuen Meinl Ibo Kreation.

MODELLE
Zwei unterschiedliche Modelle stehen zur Auswahl, die in je drei Finishes angeboten werden. Die Ibo 1 Version zeigt einen großen, ballonartigen Korpus (27 cm Ø) mit breitem und kurzem Hals (9 cm), die Version Ibo 2 präsentiert sich mit kleinem, kugeligen Korpus (21 cm Ø) und langem, deutlich abgesetztem Hals (12 cm). ...

KONSTRUKTION
Das, was in langwierigen Handwerksprozessen aus Ton geformt und gebrannt wird, gelangt bei der Meinl-Herstellung durch nicht weniger aufwändiges handwerkliches Vorgehen zur Vollendung. Hier werden Fiberglasmatten einzeln und in Formen übereinandergelegt, um einen stabilen und damit spielbaren Korpus herzustellen.

Die Wandstärke der Meinl Ibo Drums beträgt etwa 9 mm, ein Maß das sich dicht an den meisten anderen Bauformen aus Ton bewegt. Die Außenflächen sind rund gearbeitet, glatt geschliffen und in unterschiedlichen Kompositionen (Farben, Design-Elemente) mit Mattlack überzogen. Dadurch ergibt sich ein angenehmes Hand- und Spielgefühl ...

FAZIT
Die von Meinl präsentierten Ibo Drums beruhen in Form und Klang auf dem Potenzial der Nigerianischen „Clay Drums". Während die Ethno-Formate aus Ton gebrannt sind, zeigen die Meinl Ibo Drums eine Fiberglas-Bauweise, die eine besondere Spielerfreundlichkeit in Sachen Gewicht und Stabilität bietet.

Klanglich verfügen die Meinl Ibo Drums über warmtönende Bässe und milde Bodysounds und sind eine gelungene Alternative in der Welt der Soundpercussion – zumal zu einem mehr als attraktiven Preis.

tom schäfer

Preise

  • Ibo 1: ca. EUR 115,-
  • Ibo 2: ca. EUR 109,90

 

Den vollständigen Testbericht lesen Sie in der STICKS-Ausgabe 03.2002; erhältlich ab dem 22. 02. 2002 im Zeitschriftenhandel und in guten Musikfachgeschäften.

© Copyright: Sticks - ein Magazin des MM-Musik-Media-Verlag GmbH