Stewart Copeland

Stewart Copeland is back on drums! Nach seiner mehr als 10jährigen Fast-Abstinenz vom Schlagzeugspielen ist einer der einflussreichsten Drummer unserer Generation an die Drums zurückgekehrt.

Stewart Copeland ist Drummer und Gründungs-Mitglied der neuen Band Oysterhead, er übt soviel Drums wie nie zuvor und kann es kaum erwarten, mit Oysterhead endlich auf Tour zu gehen. Seinen erfolgreichen „Dayjob" als Filmmusik-Komponist bleibt der Gründer einer der erfolgreichsten Bands der 80er Jahre, Police, jedoch weiterhin treu.

Außerdem neu: Stewart findet erstmals nette, respektvolle Worte für seine damaligen britischen Bandkollegen in Uniform. Als gebürtiger US-Amerikaner wuchs Stewart Copeland im Mittleren Osten als Sohn eines CIA-Beauftragten auf. Er verbrachte den Grossteil seiner Kindheit in Ägypten und in Libanon, wo er als 12jähriger seinen ersten Auftritt im Beiruter „American Beach Club" spielte. Sein Vater war vor Beginn seiner CIA-Karriere ein Big-Band-Trompeter und verhalf seinem damals 9jährigem Sohn zu ersten Musikstunden an Klavier und Practice Pad, um seine fremde Umgebung fernab der Heimat zumindest rhythmisch unsicher(er) zu machen. 50 Millionen verkaufte Police-Tonträger und ein paar Jahre später sitzt uns nun eine gutgelaunte Ikone der Drum-Geschichte gegenüber, dessen nahezu „britischer" Humor und seine unverblümte Aussprache immer wieder überraschen. Stewart Copeland redet genau so wie er trommelt: Energievoll, kompakt– und mit Humor.

Eines deiner auffälligsten Charakteristiken als Drummer ist, dass du oft sehr stark vor dem Beat spielst. Ist es deine Natur so zu spielen oder ist das im Kontext der Songs von dir so geplant?

Ja, stimmt, ich neige immer dazu etwas zu treiben. Es ist nicht wirklich von mir geplant, so vor dem Beat zu spielen. Es ist sicher meine Natur so zu spielen. Ich habe komischerweise darüber noch nie richtig nachgedacht. Ich erinnere mich daran, als ich ein Teenager war und ich mit diesen traurigen, hungrigen und langweiligen Gestalten Musik machte, die alle diesen langweiligen und fetten Backbeat von mir haben wollten. Diesen altmodischen und müden Allerwelts-Sound. Sie sagten zu mir immer: „Just lay it back, Stew!" Und ich dachte mir innerlich immer nur: „F*#k off!" (lacht)

Bei welchen anderen Drummern hörst du ein ähnliches Feel so stark vor dem Beat heraus?

Ich glaube viele der neueren Trash-Metal-Drummer, nu.metal-Drummer haben diese Auffassung von Time, oder besser: Puls. Natürlich sind die in vollkommen anderen Stilrichtungen zuhause als ich, und es wird bei diesen Drummern gezwungenermaßen vollkommen anders klingen und sich anders anfühlen als bei mir. Aber ich denke, dass viele Drummer dieser Musikrichtung ähnlich extrem vor dem Beat spielen. Ich denke, dass ich auch traditionell „laid back" spielen kann – wenn ich es möchte und wenn ich einen Grund in der Musik dafür sehe. Aber es ist einfach nicht meine Natur, auf dem Beat oder sogar dahinter zu spielen. (Stewart verstellt seine Stimme zu einer Art Nachrichtensprecher): „I’m more of an urgent, forward-leaning kind of person, I think?" (lacht)

Ein Drummer, den ich sehr mag, ist der Drummer der Band Slipknot ...

... Joey Jordison ...

... danke, ich habe seinen Namen wieder vergessen, aber ich denke, dass er klasse spielt. Ich mag außerdem den Drummer von No Doubt, Adrian Young. Er ist außerdem auch ein hervorragender Golfer.

Deine Arrangements der Drum-Parts sind sehr abwechslungsreich und intelligent gestaltet, speziell zum Beipspiel im Police-Song „Message In A Bottle". Woher kommt diese Komplexität und dein Focus auf dieses „arrangierte Drumming", das ja in den meisten Police-Songs zu finden ist?

Viele Police-Drumgrooves wirken deswegen kompliziert, weil sie mittels Overdubs entstanden sind. Es sind meist simplere Grooves, die durch diese Overdubs erst komplex und etwas ungewöhnlich klingen mögen. Manchmal sehe ich Cover-Bands in „Holiday Inn"-Hotelbars spielen, und ich bin dann immer wieder überrascht, dass die meisten dieser Drummer die Police-Grooves exakt wie auf Platte spielen können, Grooves, die ich nur mit einem – oder sogar mehreren – Overdubs zu spielen vermochte. Ich brauche dir hier wohl nicht zu erklären, wie erstaunt ich dann in solchen Momenten bin. Und ich gratuliere den Drummern zu ihrem Drumming nach einem solchen Gig immer. Wenn du eine Produktion machst, dann überlegst du dir als Drummer ja ständig, wie du die Drumparts grooviger gestalten kannst. Ein Element, was helfen kann, sind dann eben Overdubs, wie z.B. ein Ride-Cymbal-Groove-Overdub mit Akzenten auf den Viertelnoten-Zählzeiten, während z.B. schön eine Achtelnoten-Hi-Hat-Figur darunter läuft. Gerade auf den Police-Platten hörst du öfters dieses Ride-Cymbal, was über einen Hi-Hat-Groove gespielt wurde. ...

... im Moment bin ich wieder in einer ähnlichen Überoutine, wie ich sie das letzte Mal hatte, als ich 12 Jahre alt war. Ich übe wieder Flamacues, Paradiddles, Single Stroke Rolls, Five-, Seven- und Nine-Stroke Rolls. Es ist wie eine merkwürdige Form von Yoga oder Zen. Du gehst in eine Art Trance mit deinem Geist, um deine Bewegungsabläufe rund und flexibel zu bekommen. Ich habe für diese Art von Üben zwei Ansichtsweisen: Die eine ist, dass es eine reine körperliche Übung ist, die Bewegungsabläufe zu „stream-linen", also anhand z. B. all der Paradiddle-Übungen deine Mechanik zu schmieren. Die andere Seite ist, dass ich, nachdem ich diese Practice-Pad-Übungen durchlaufen habe, den Cassettenrecorder oder CD-Spieler mit Musik anmache und ich alles vergesse, was ich technisch eigentlich spiele. In dieser zweiten Phase ist meine Konzentration nur auf dem Hören und dem Grooven ... listen and groove, listen and groove, listen and groove ...

... dann stoppe ich wieder und spiele vielleicht etwas mit den Cymbals herum. Oder ich baue ein paar Cymbals von links nach rechts oder stimme meine Drums etwas anders, oder baue an sonst etwas an meinem Kit herum, ...

 

Das vollständige Interview lesen Sie in der STICKS-Ausgabe 03.2002; erhältlich ab dem 22. 02. 2002 im Zeitschriftenhandel und in guten Musikfachgeschäften.

Interview und Fotos: Marcus Demuth

DISCOGRAPHIE

  • Curved Air - Air Conditioning
  • Curved Air - Back Door Man (Single)
  • Klark Kent – Klark Kent (10" EP, 8 Songs, auch als „Klark Kent – Music Madness From The Kinetic Kid" und „Klerk Kant" Versionen veröffentlicht)
  • Klark Kent – Kollected Works
  • The Police - Fall Out (Single)
  • The Police - Outlandos d’Amour
  • The Police - Regatta de Blanc
  • The Police - Zenyatta Mondatta
  • The Police - Ghost In The Machine
  • The Police - Synchronicity
  • The Police – Live (Synchronicity Tour)
  • The Police - Every Breath You Take: The Singles
  • The Police – Message in a Box (4CD Box-Set)
  • The Police – Greatest Hits
  • Animal Logic - Animal Logic
  • Animal Logic – Animal Logic II
  • Stewart Copeland – The Rhythmatist
  • Oysterhead - The Grand Pecking Order

Videos:

  • The Police - Live
  • The Police - The Singles
  • Oysterhead - MTV-Video

Filmmusik:

  • Deuces Wild, Boys and Girls, Skipped Parts, Sunset Strip, Simpatico, Made Men, She's All That, West Beyrouth, Pecker, Very Bad Things, Good Burger, Little Boy Blue, Gridlock'd, Four Days in September, The Pallbearer, Leopard Son, Boys, Silent Fall, Rapa Nui, Surviving the Game, Fresh, Airborne, Decadence, Raining Stones, Wide Sargasso Sea, Highlander II, Riff Raff, Taking Care Of Business, Hidden Agenda, Men At Work, The First Power, See No Evil - Hear No Evil, Talk Radio, Wall Street, She's Having A Baby, Out Of Bounds, Rumblefish, Throb, Noah`s Ark, The Equalizer (& Other Cliff Hangers).

Video Games Musik:

  • Spyro Series I – III, Insomniac Games (for Sony)

Opern, Symphonien:

  • Dogs Of Desire (Albany Symphony Orchestra)
  • Prey (Ballet Oklahoma)
  • Cask Of Amontillado (Holders Easter Season, Barbados)
  • Horse Opera (Channel 4, London)
  • Holy Blood (Cleveland Opera)
  • Crescent Moon (Fort Worth Opera)
  • Emilio (Trento Festival, Italien)
  • King Lear (San Francisco Ballet Co.)

 

EQUIPMENT

Drums: Tama Starclassic Maple in Honey Gold (Zuhause und im Studio), in Metallic Green Sparkle (Live)

  • 22" x 18" Bassdrum
  • 12" x 8" Tom (links neben Hi-Hat)
  • 10" x 8" Tom
  • 13" x 9" Tom
  • 16" x 16" Floor-Tom
  • 16" x 18" Floor-Tom
  • 14" x 5" Copeland Signature Snaredrum

Sticks: Vater Stewart Copeland Standard Signature Modell

Felle: Remo

Snaredrum: Ambassador (white coated) Schlagfell; Ambassador Snare Resonanzfell

Toms: Ambassador (white, coated) Schlag- und Resonanz-Felle

Floor-Toms: Powerstroke 3 (white, coated) Schlagfelle; Ambassador (white coated)

Resonanz-Felle

Bassdrum: Powerstroke 3 Schlagfell; Ebony Ambassador Frontfell (mit TAMA-Logo) mit mittigem, ca. 14" durchmessendem Resonanz-Loch.

Cymbals: Paiste

  • 8" 2002 Bell
  • 13" Signature Line Heavy Hi-Hats
  • 16" Signature Line Full Crash
  • 8" Signature Line Splash
  • 10" Signature Line Splash (2)
  • 22" Signature Line Dry Heavy Ride
  • 16" Signature Line Fast Crash
  • 18" Signature Line Flat Ride
  • 18" Signature Line Fast Crash

Hardware:

Tama Stative

  • Iron Cobra Double Bassdrum Pedal
  • Iron Cobra Hi-Hat
  • Rock’n’Soc Sattel-Drummersitz mit Lehne

Percussion Set-up:

  • 8" Tama Timp Tom
  • 10" Tama Timp Tom
  • Tama Octobans (4)
  • 14" x 5" Stewart Copeland Signature Snaredrum (stark abgewinkelt zum Spielen im Stehen aufgebaut)
  • 22" x 16" Starclassic Bassdrum (mit EVANS EQ4 Bassdrum-Fell, mit EQ-Patch)
  • 22" Timpani
  • Rhythm Tech Live Shaker, Wood Tambourine, Rocket-Carousel.
  • Paiste Rotosound, Finger Cymbals, Sound Disks, Cup Chimes Set 1, 2, 4, 6, 7, Accent Gong, Crotales Set, Sound Plate No. 2, Flanger Splash, 8" Mini Hi-Hat n

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