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Zum Abschluss der „Electronic Percussion" Workshop-Serie möchte ich einige wichtige Erfahrungswerte zur Elektronik-Philosophie in Sachen E/A-Dialog, Spielweisen und Setup noch einmal Revue passieren lassen. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass es aus dem Blickwinkel des kreativen Prozesses – eben der Intention, Musik zu machen – immer darum geht, Rhythmen und Klänge kombiniert in der Form hervorzubringen, dass sie die Wesensmerkmale einer Idee transportieren. Auf der einen Seite gibt es die Fans der Natur-Percussion, die sich in der unerschöpflichen Welt der Ethno-Instrumente zuhause fühlen, und auf der anderen die „New Generation"-Drummer, denen jedes Mittel recht ist, abgefahrene Sounds in die Gehörgänge zu biegen. Die Idee hinter elektronischen Komponenten aber findet sich nicht unbedingt im „entweder – oder", sondern in der Kommunikation beider Welten, nämlich im Dialog der E- und A-Welt. Beide Seiten stehen natürlich für sich und sind auch im eigenen Umfeld bestens musikalisch einsetzbar. Der besondere Reiz, neue Sound-Ideen zu transportieren, steckt allerdings in der Kombination von traditionellen und technisch modern arbeitenden Instrumenten.

Das junge Feld der Electronic Percussion bedarf einer sehr intensiven Auseinandersetzung, denn hier geht es nicht nur um die Entdeckung neuer Wege in der perkussiven Gestaltung, sondern insbesondere auch um die Erkenntnis, in wie weit die Leistung elektronischer Geräte sinnvoll genutzt werden kann, um der eigenen Kreativität neuen Nährboden zu verschaffen. Übergreifend kann festgestellt werden, dass die Electronic Percussion eine innovative Plattform bietet, auf der die

Expressivität der akustischen Traditionals mit E-Sounds eine erstaunlich kreative Verknüpfung eingehen können. Gerade in Bezug auf das Live-Spielen eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten alleine schon durch das Angebot der Sound-Vielfalt (Ambiences, Loops, Geräusche, Sound-Design), die das Klangpotenzial des Percussionisten neben üblichen Congas, Bongos, Timbales, Small Percussion etc. doch erheblich erweitern.

In der Auswahl des elektronischen Equipments wurden für diese Workshops verschiedene Produkte der Firma Roland gewählt, weil hier speziell für den Percussion-Sektor entwickelte Instrumente zur Verfügung stehen, die mit umfassenden Möglichkeiten diesem Thema sehr zuträglich sind. Natürlich gibt es eine Menge anderer Hersteller elektronischer Drums wie z. B. Yamaha, ddrum, Alesis, E-mu-Systems, jedoch sind die meisten Entwicklungen in erster Linie für die Spielweise des regelrechten Drumset-Spielers konzipert und weniger für Handdrum-Spieler zugeschnitten. Anfang der 90er Jahre war es auch der japanische Hersteller Korg, der mit der Wavedrum den Riesenschritt wagte, das Feld der Percussionisten aufzurütteln. Die Wavedrum wird heute nicht mehr hergestellt, obwohl diese „Physical Modeling" Handdrum als eines der außergewöhnlichsten und auch spannendsten Instrumente im Electronic-Sektor überhaupt zu bewerten ist.

Um die sinnvolle Verknüpfung auch rein praktisch darzustellen, hier der Aufbau eines (möglichen) Electronic/Acoustic Percussion-Sets:

Das Zentrum bilden hier zwei Congas (Quinto/Conga) mit zentral dahinter positionierten Bongos (auf Single Stand). Jeweils rechts und links der Congas befinden sich die Roland PD-7 Pads (7", weichgummierte Schlagflächen), die über L-Arme und Multi-Clamps an je einem Cymbal-Stativ montiert sind. Die „Einzelaufhängung" ist wegen möglicher Fehltrigger sinnvoll (durch z.B. Bass-Vibrationen), insofern auch keine weiteren Percussion-Elemente wie Cowbells oder Cymbals hier mitbefestigt sind. Rechts befindet sich die Anordnung von Timbales, Mounted Tambourine, Cowbells, Chimes und Cymbals etc. sowie ein Mini-Percussion-Table für die Platzierung eines kleinen Submixers. Hier laufen alle Signale der elektronischen (Line) und auch alle der akustischen Instrumente (Mikrofone) zusammen und können mit Hilfe weiterer AUX-Optionen verwaltet sowie in klangliche Abstimmung gebracht werden. Auf der linken Seite ist die Korg Wavedrum platziert, die aufgrund ihrer felltypischen 10" Spielfläche unmittelbar neben der Quinto steht. Daneben das Roland Handsonic HPD-15 ökonomisch so platziert, dass alle Bedienelemente unmittelbar erreichbar sind. Mit dem Handsonic verbunden sind nicht nur die beiden Pads, sondern auch ein Fußtaster (FS-5U) zur On/Off-Steuerung der Loops sowie ein FD-7 Hi-Hat Controller-Pedal. Über dieses werden in erster Linie solche Sounds abgerufen (gesteuert), die sich additiv zu Congas oder Pads verhalten. Das können Ambiences sein, Low Pitched Bassdrums, Echo-Effects und alles andere denkbare – natürlich auch Hi-Hats. Abgesehen vom Easy-Handling des Pedals ist es auch wenig Aufwand, Trigger-Pads einzusetzen, zumal die Qualität der gummierten PD-7 Oberflächen eine schonende Handspielweise zulässt. Mit den Pads bieten sich vielfältige Kombinationen von Sound-Grooves, außerdem erlaubt die Platzierung der Pads (z.B. vor, neben oder rechts und links der Congas) sowie deren Sound-Belegung, die musikalische Interaktion zwischen E und A nach eigenen Vorstellungen zu verwirklichen. Viele Klangbeispiele aus dieser Workshop-Reihe kann man sich im übrigen auf der Seite www.sticks.de/workshops/ anhören.

Abschließend bleibt noch zu sagen, dass diese 12 Workshop-Folgen hoffentlich einen kleinen Beitrag dazu geleistet haben, auch neue Elemente in einer traditionsreichen Percussion-Welt offen aufzunehmen. Vielleicht sind ja auch Anreize geweckt worden, die neuen Geschmäcker einmal auszuprobieren. Das war schließlich Sinn und Zweck der ganzen Sache.

Fragen, Anregungen und Kritik bitte per E-Mail an tom.percussion@t-online.de oder redaktion@sticks.de, per Post an Redaktion STICKS, z. Hd. Tom Schäfer, An der Wachsfabrik 8, D-50996 Köln.

tom schäfer

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