
| Futuristic Drummer Gemeinsam mit den Ausnahme-Drummern Marco Minnemann und Thomas Lang war der amerikanische Schlagzeuger Johnny Rabb auf großer Meinl Generation X Days"-Workshop-Tour in Europa unterwegs und faszinierte das Publikum mit seiner speziellen Free-Hand-Technik und seiner wirklich individuellen Art Grooves zu spielen. Schon seit längerem hat er sich auch einen Namen mit seiner johnnyraBB Drumstick-Firma gemacht und ist zudem stets sehr viel als Clinican weltweit unterwegs, um seine Grooves und seine Musik vorzustellen. Während der Frankfurter Musikmesse bot sich STICKS die Möglichkeit, mit dem sehr sympathischen Musiker ein interessantes Gespräch zu führen.
Johnny, die Frankfurter Musikmesse geht heute zu Ende und Du hast zusammen mit Marco Minnemann und Thomas Lang hier die ersten Shows eurer Tour durch einige europäische Länder hinter dir. Was sind so deine ersten Eindrücke? Erst einmal bin ich sehr erfreut darüber, diese Tour hier mit Thomas und Marco spielen zu können, Leute, die ihr ganzes Leben dem Schlagzeugspielen widmen. Ernsthaft, ich habe in der letzten Woche mehr gelernt als in den vergangenen fünf Jahren! Du hast halt deine eigene Art zu spielen und fokussierst dich auf deine eigenen Dinge, und wenn du dann andere Leute triffst, die wiederum auch ihre eigene Art zu spielen haben, dann öffnet sich deine Sichtweise, so dass sich neue Ideen und auch Kreativität entwickeln können. Ich bin wirklich mit zwei Lehrern für mich auf Tour. Seit meiner Zeit auf dem Berklee College versuche ich ständig neue Dinge am Schlagzeug zu entwickeln, Sounds, die Free-Hand-Technik, besondere Stöcke etc. Ich denke, dass es sehr wichtig ist, alle diese Basics für Jazz, Funk, R&B zu können und diese Grundlagen auch ständig weiter zu studieren und bis zu einem gewissen Punkt weiterzuentwickeln. Jeder sollte jedoch seinen eigenen Stil und seine Ideen entfalten, so dass du denkst, wenn du denjenigen hörst: der spielt etwas Neues! Thomas und Marco haben ihre unterschiedlichen Stile, und ich selbst beschäftige mich am Liebsten damit, Jungle und DrumnBass-Grooves am akustischen Drumset umzusetzen und zu reproduzieren, wobei ich z. B. die Drumbals benutzte oder auch DJ-Tools und Effekte etc. Ich schaue mich ständig nach Dingen um, die dabei Sinn machen.
Wie habt ihr drei euch für diese Show vorbereitet? Am ersten Tag waren der Aufbau und Soundcheck, am zweiten Tag waren dann die Proben. Thomas und Marco haben einige Songs mitgebracht, und ich hatte ein DrumnBass- Arrangement dabei. Diese Sachen haben wir dann hier für die Show geprobt. Es war großartig, wir haben alle voneinander verschiedene Grooves und Loops gelernt. Wir drei haben hier für die Show mit vielen Dingen experimentiert und z.B. mit dem Gegeneinanderschlagen der Stöcke oder ebenfalls mit rein visuellen Ideen gearbeitet, mit technischem Zeug für das Bassdrum-Spiel, für die Unabhängigkeit, all diese Sachen. Wir fanden es z. B. lustig und cool, das mit dem Sticks-Clicking in die Show einzubauen. In dieser Zeit sind wir gute Freunde geworden, die beiden sind Leute, die eine ebenso offene Einstellung haben wie auch ich. Das ist das, was ich am Schlagzeugspielen liebe: Die meisten Drummer sind eine Art Familie ... ... ich habe diese CD Acoustic Machine" aufgenommen, damit die Leute sehen, was ich so in dieser Richtung am Drumset mache. Auf dieser Tour kann ich übrigens auch ganz gut üben. Für die Workshops habe ich ein großes Drumset mit einer Menge Sounds und Cymbals. Wenn ich auf diesem Set spiele, ist mein Kopf daher frei dafür, um neue Tricks bzw. Teile von Musik ausprobieren zu können, sozusagen also ein Drumset für Drummer. Dazu spiele ich noch ein Standard-Set mit einer 18" Bassdrum, 12" Tom, 14" Floortom und Jazz Cymbals, ein richtiges Jazz-Kit. Es fühlt sich beim Spielen so unterschiedlich an, ob du nun mit einer offen gestimmten 18" oder aber mit einer 22" Bassdrum spielst.Dann habe ich übrigens noch ein Hyper"-Drumset; auch da benutze ich eine kleine Bassdrum von 18" oder 20" Durchmesser, einen Vocoder, ein drumKAT etc. Das ist verrückt, denn da sitze ich dann zu einem DrumnBass-Click und spiele House über Stunden ... ... ich habe auch noch eine Band mit dem Namen Super Action Heroes in der Besetzung Bass, Gitarre, Steel Drums, Percussion und Drums, ich singe auch und fahre Samples ab. Neben diesen Aktivitäten versuche ich natürlich auch Gigs als Sideman zu bekommen, alles was sich halt so anbietet, aber ich denke, dass ich dazu wohl in der falschen Stadt lebe. Ernsthaft, ich will damit nicht sagen, dass das nicht auch dort möglich wäre, aber ich bin schon ein wenig darüber frustriert. Ich würde z. B. gerne mal einen schönen Pop-Gig spielen mit Cindy Lauper, Annie Lennox oder auch Sade, in der Art eben. Meiner Ansicht nach ist es jedoch für jeden Drummer, der seinen Lebensunterhalt relativ sicher bestreiten möchte, sehr wichtig, seine eigenen Dinge zu machen, seine eigene Musik, seine eigenen Veröffentlichungen, eben seine eigene Firma zu gründen und sich nicht darauf zu verlassen, immer als Sideman arbeiten zu können ... Und ... be different! Interview: Diethard Stein
EQUIPMENT Drums und Hardware: dw, Pacific Standard-Set:
Felle: Evans
Cymbals: Meinl
Percussion: Meinl
Electronic:
Das vollständige Interview lesen Sie in STICKS 05.2003; erhältlich ab dem 25. 04. im Zeitschriftenhandel und in guten Musikfachgeschäften. |
© Copyright: Sticks - ein Magazin des MM-Musik-Media-Verlag GmbH