Magnus Öström

Der Name Magnus Öström sagt vermutlich den wenigsten außerhalb von Schweden etwas. Jazz-Kenner und Fans im Grenzbereich zwischen Pop und Jazz dagegen sagt der Name e.s.t., Esbjörn Svensson Trio, durchaus etwas. Im Klaviertrio des Herrn Svensson sitzt Magnus Öström am Schlagzeug und kreiert eine ganz eigene Klangwelt.

e.s.t. ist ein Phänomen. Seit zehn Jahren spielen die drei Schweden zusammen, und seit 1997 geht der Weg steil nach oben.

„Eigentlich wollten wir unseren Aktionskreis auf Europa erstrecken und außerhalb von Schweden spielen“, lacht das Trio. „Dass jetzt Kanada, die USA und Japan auf dem Tourplan steht, hätten wir uns nie träumen lassen – vielleicht hätten wir’s dann auch gelassen.“

Magnus Öström ist ein wichtiges Drittel im Trio, nicht „nur“ der Drummer. Eigentlich wollte Esbjörn Svensson, der Pianist, Drummer werden. Magnus Öström und er wohnten Haus an Haus und sind nicht nur musikalisch miteinander aufgewachsen.

In Schweden hat das Trio längst Popstar-Kult. Regelmäßig gewinnen sie schwedische Auszeichnungen, Grammys, Preise als Musiker des Jahres und Schallplattenpreise. Und auch in Deutschland hat sich inzwischen herumgesprochen, dass dieses Trio eine enorme Dynamik besitzt.

e.s.t. mischt Jazz mit Pop und Drum’n’Bass, eigentlich akustisch gespielt, was aber nur besagt, dass sich kein E-Bass und keine Keyboards in der Band finden. Doch was Svensson, der Bassist Dan Berglund und Drummer Magnus Öström mit Effekten wie Flanger und Verzerrer aus ihren Instrumenten holen, ist spektakulär.

Ein weiteres Highlight in dieser rasenden Fahrt nach oben war sicher das Konzert beim Jazzbaltica Festival, wo das Trio mit Kammerorchester, dem singenden Posaunisten Nils Landgren und Gitarrist Pat Metheny auf der Bühne stand. Ihr Song „Dodge The Dodo“ brachte das Publikum als kochendes Drum’n’Bass-Werk zum Jubeln, Thelonious Monks Komposition „Bemsha Swing“ wurde zum Mitsingen für alle animiert.

Im letzten Jahr waren sie lange durch die USA und durch Kanada unterwegs, und die französische Regisseurin Marina de Van („8 Frauen“) wählte das Album „Strange Place For Snow“ als Soundtrack für ihren Film „Dans Ma Peau“.

Was die immense Power und den Sog des Trios ausmacht? Vielleicht wirklich das, was der Drummer Öström sagt: „Wir haben eine ganze Menge starker Hooklines und Rhythmen, bei denen man die meiste Zeit mit dem Fuß mitstampfen kann.“

Interview: Angela Ballhorn
Fotos: Petia Chtarkova, Arne Reimer

Das Interview lesen Sie in STICKS 11.2003, erhältlich ab dem 31. 10. im Zeitschriftenhandel und in Musikfachgeschäften.

 

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