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Auf zu neuen Ufern Mit "In the Air Tonight" avancierte vom Phil Collins vom Insidern bekannten Weltklasse-Drummer der Bands "Geneseis" und "Brand X" zur weltberümten Pop-Prominenz, und somit war der Grundstein für eine zweite Karriere gelegt, die den ungeheuren Facettenreichtum dieses Mannes in seiner schier unerschöpflichen Kreativphase immer wieder zur Höchstform auflaufen ließ. Wenn auch seine oft zitierten Sounds und Grooves Drum-Geschichte geschrieben haben, so gibt es doch eine Menge anderer Dinge, die der "abenteuerlustige" Trommler ebenso zu seinem künsterischen Spektrum zählt, und so war seine Vorliebe für "Big Bands" ein bislang gut gehütetes Geheimnis. Nachdem er den Wunsch, selbst einmal in einer solchen Formation zu spielen, jahrelang mit sich herumtrug, konnte sein Traum im letzten Jahr endlich in Erfüllung gehen. Mittlerweile ist für ihn "Genesis" kein aktuelles Thema mehr, und auch die "Dance into the Light"-Tour neigt sich dem Ende: Ist die Zeit der "Phil Collins Big Band" gekommen? STICKS traf den freundlichen und bescheiden wirkenden Engländer beim letzten Deutschlandkonzert seiner "Dance into Europe"-Tour in Dortmund. Glaubst du, daß du das Schlagzeug durch deine Arbeit und deinen Erfolg populärer gemacht hast? Darüber habe ich eigentlich noch nie so recht nachgedacht. Sicherlich gibt es Drummer, die populärer sind und daher auch mehr zur Popularität des Instruments beigetragen haben, Leute wie zum Beispiel Gene Krupa, ein großartiger Drummer. Er holte das Schlagzeug aus dem Bühnenhintergrund nach vorne. Und was mich selbst betrifft, so sind es vielleicht die auffälligen Drumsounds, insbesondere von "In the air tonight", die für das Schlagzeug im Positiven etwas bewirkt haben, es gefeatured haben, aber ich als Schlagzeuger, das glaube ich nicht. Dieser große und gewaltige Drumsound ist oft kopiert worden und war Anfang der achtziger Jahre dann auf bald jeder Platte zu hören. Eigentlich ist der Ursprung dieses Drumsounds bei John Bonham zu finden. Sein Sound hat mich immer fasziniert, so daß ich die klanglichen Eigenarten als Inspiration übernahm, wobei ich mit technischen Mitteln dann eine ganz extreme Sound-Bearbeitung vornahm. Du bist ein Freund des harten, attackreichen Drumsounds, was ja auch durch dein Setup mit all den Concert-Toms gestützt wird. Diese Drums passen klanglich in das Konzept und Szenario meiner "Dance into the Light"-Tournee. Diese Sounds aber passen nicht immer und nicht überall. Wenn ich beispielsweise mit John Martyn spiele, dann benutze ich ein wunderbares, warm klingendes Premier-Kit mit Resonanzfellen und spiele Sizzle-Cymbals. Ich bewege mich nun mal in verschiedenen Stilrichtungen, was dann andere Sounds erfordert als die, die jetzt bei dieser Tour gebraucht werden. Wenn ich für eine Session gebucht werde, dann schaffe ich mir in der Regel vorher einen Eindruck von der Art der Musik, und stell dann entsprechend die richtigen Drums für den Song zusammen. Natürlich eine Menge Leute verbinden mich mit dem markanten Sound des "In the Air"-Drum-Fills und glauben, nur das sei Phil Collins. Sicherlich ist es ein Teil deines ganz persönlichen, künstlerischen Ausdrucks... ...na klar, und ich mag den Sound und setze ihn ja auch häufig ein. Er wird natürlich mit Hilfe von Prozessoren erzeugt, aber ich kann den Charakter dieses Sounds auch am Drumset aus den akustischen Trommeln selber herausholen, was mit Tuning und der Art und Stärke des Anschlagens zu tun hat. Das klingt dann ein bißchen nach Seehund, weißt du... (er imitiert das trocken-stockende Geräusch des Seehundgebells) ...dieser Sound ist ja nicht alles, es ist lediglich ein einziger Aspekt vieler Klangmöglichkeiten... Equipment Phil Collins Main-Set:
Das vollständige Interview mit Phil Collins, das STICKS-Redaktuer Tom Schäfer führte, lesen Sie in der STICKS-Ausgabe 02.98. Erhältlich im Zeitschriftenhandel sowie guten Musikfachgeschäften ab dem 6.2.1998. |